Auftraggeber:in: Royal Academy of Music, London
Architekt:in: Ian Ritchie Architects, London
Lichtplanung: Ulrike Brandi Licht
Fertigstellung: 2018

Royal Academy of Music, London

Der Neubau für die Royal Academy of Music beherbergt das Susie Sainsbury Theatre for Opera and Musical, die Angela Burgess Recital Hall (Studiobühne) mit eigenem Aufnahmestudio, eine Lobby, das erschließende Treppenhaus und Technikräume. Im früheren Innenhof des historischen Gebäudes dient der Neubau zwei Funktionen: Er ist Ort zum öffentlichen Spielen von Opern und Musicals, zum Studieren und Lernen. Das Licht schafft die Atmosphäre für festliche Anlässe und verbreitet einen inspirierenden frischen Charakter für die Übungssituationen. Decke und Wände des Susie Sainsbury Theatre aus Kirschholz erinnern an die Klangkörper von Streichinstrumenten. Anders als der traditionelle, zentral platzierte Lüster ist unser Kronleuchter explodiert, die 750 Kristalle füllen den gesamten Raum von der Decke bis an die Wände. So wie sich die Musik im Raum ausbreitet und verteilt, tun es die Kristalle des Kronleuchters.
Damit folgen wir dem Prinzip, dass ein anheimelndes Gefühl dann entsteht, wenn es nicht nur hohe, sondern auch niedrige Lichtpunkte auf den Menschen bezogen gibt und die Brillanz schafft die festliche Atmosphäre.
Da die Leuchten unter der Decke zur Wartung über dem festen Gestühl schwer zu erreichen wären, wählten wir Glasfasertechnik. Die Glasfaserkabel, die das Licht in die Kristalle einspeisen, befinden sich in drei Technikräumen außerhalb des Theaters.
Auch die kleinen Lichtpunkte in der Deckenebene erhalten ihr Licht aus diesen Projektoren. Zusammen mit den Downlights unter den Balkonen erreichen wir so 150 Lux beim Einlass in den Saal.
Die eigens angefertigten Wandkristalle, 20cm, 30cm und 40cm hoch sind in den „Nischen“ der akustisch strukturierten Wand untergebracht und erhalten das Licht aus LEDs von unten. In den Wandleuchten im Treppenhaus vor der Recital Hall taucht das Prinzip der niedrigen Lichtpunkte wieder auf: als stimmungsvolle Lichtkegel hinter einem metallenen Gewebevorhang.
Das runde Oberlicht bestimmt das Lichtkonzept der Recital Hall: die Linie zwischen Wand und Decke fungiert als Horizontlinie. Alle übrigen Strahler verstehen wir als Bühnenstrahler, die auch das Raumlicht erzeugen. Verstellbar und mit verschiedenen Optiken gibt es ein (in seiner Gleichmäßigkeit variierendes), nicht zu gleichmäßiges, veränderbares Licht.
Das Projekt Royal Academie of Music, London zeichnet sich nicht zuletzt durch die besonders gute, kooperative und respektvolle Zusammenarbeit mit Ian Ritchie Architekts und allen Gewerken aus.